Ein paar Worte über mich
Lenny
Ich bin Lenny Pojarov, Sängerin, Songwriterin und Performerin aus Köln, gebürtig aus Kirgisistan, spreche fünf Sprachen und liebe gute Musik, gute Partys, Paris und Tiere sowieso. Dass Musik einmal so einen großen Teil meines Lebens einnehmen würde, war meiner Familie spätestens klar, als ich anfing zu singen, noch bevor ich – so die Legende – überhaupt ein Wort sprechen konnte.
Seitdem ist ziemlich viel passiert.
Sie kam, sah und siegte?
Wenn man mich heute auf einer Bühne sieht, mit Mikro in der Hand, Musik im Rücken und wahrscheinlich ziemlich viel Energie, könnte man denken: Die wusste schon immer, dass sie Sängerin werden will.
Ganz so einfach war es nicht.
Kirgisistan trifft (irgendwann mal) Köln
Meine Geschichte beginnt weit entfernt von Deutschland – in Kirgisistan, mitten in Zentralasien. Dort bin ich aufgewachsen und habe schon als Kind gelernt, dass Musik ein ziemlich großer Teil meines Lebens werden würde. Mit sechs Jahren begann ich mit klassischem Klavierunterricht. Später kamen Gitarre, Ballett und irgendwann der Gesang dazu.
Dann kam ein großer Umbruch: Meine Familie und ich kamen als Flüchtlinge nach Deutschland. und das bedeutet eine neue Sprache, eine neue Umgebung und mal so ganz insgesamt ein komplett neues Leben. Vieles musste ich neu lernen – und gleichzeitig herausfinden, wo eigentlich mein Platz ist.
Wir stellen uns mal kurz folgendes vor: Mitte der neunziger, keine Sprachkenntnisse in deutsch (mein fließendes Englisch war für mich in der Schule leider noch keine Option, denn meine Altersgenossen Sprachen zu der Zeit noch keine Fremdsprachen), aus einer postsovietischen Hauptstadt in eine europäischen Kleinstadt, ein Zimmer für meine Eltern und mich, Gemeinschaftsbad und Küche für alle im Flüchtlingsheim. Wir alle verarbeiten Sachen und versuchen die Kontrolle zu gewinnen sehr unterschiedlich und bei mir war es ab diesem Zeitpunkt per Essstörung. Das konstante Bombardement seitens der Medien mit all den Claudias, Pamelas und Kates (I love you dearly btw!), was wir auch heutzutage kennen – nur im anderen „Kostüm“ – hat hier eine sehr einschneidende Rolle gespielt. Bereits hier mal in aller Klarheit: Nein, wir sind nicht erst ab Size Zero und cupsize F liebenswert!
Die Musik war dabei immer da und schon kurze Zeit nachdem ich in mein neues Gymnasium kam durfte ich als einzige immer den musikraum benutzen und Flügel spielen, sofern er frei war.
Ich habe erst einmal etwas ganz anderes studiert.
2003 begann ich in Bielefeld mein Studium der Wirtschaftsjura und habe 2008 mein Diplom gemacht. Dazwischen habe ich ein Praxissemester bei einem Anwalt in Frankreich verbracht – was nicht nur fachlich spannend war, sondern meine ohnehin große Liebe zu Frankreich und besonders zu Paris noch einmal ordentlich angefeuert hat.
Mein ganzes Studium habe ich mir übrigens u. a. mit Liveauftritten, damals verstärkt in Clubs, finanziert – vocal house it it’s finest 🙂
Darin war ich gut, nur nicht glücklich.
Nach meinem Studium war ich kurz fest angestellt. Auf dem Papier war das wahrscheinlich genau das, was man sich so vorstellt: Studium abgeschlossen, Job gefunden, vernünftiger Lebenslauf.
Nur fühlte es sich für mich nicht richtig an.
Und dann kam ein ziemlich harter Weckruf: ich hatte einen gravierenden Rückfall in meine Essstörung.
Heute sehe ich diesen Moment als einen der entscheidenden Wendepunkte meines Lebens, und zwar nicht, weil ich glaube, dass alles Schlechte irgendeinen höheren Sinn haben muss, sondern weil ich irgendwann verstanden habe, was mir mein Körper und meine Psyche da ziemlich unmissverständlich zu sagen versuchten:
Ich lebe gerade an meinem eigenen Traum vorbei.
Ich wollte Musik machen, entertainen und schreiben. Ich wollte mein eigenes Leben gestalten.
Und plötzlich war die Frage nicht mehr: Was wäre vernünftig? sondern: Was will ich wirklich?
Also bin ich losgegangen.
Nicht etwa mit einem perfekten Businessplan, geschweige denn einer Garantie, dass alles funktionieren würde.
Ich habe gesungen, geschrieben, gespielt, gelernt, mich ausprobiert und immer wieder neue Türen geöffnet. Aus kleinen Bühnen wurden größere. Aus eigenen Songs wurden Veröffentlichungen, aus Auftritten bei Trauungen, mit geliehener und im Schweiße meines Angesichts quer durch Düren geschleppter Anlage (<< ja, genauso ist das einmal passiert) wurden Festivalshows.
2015 wurde mein Song „When I See You“ zur offiziellen Hymne des Farbgefühle Festivals. Später landete der Song sogar in mehreren Folgen von Shopping Queen. Bis heute ist er meine wirtschaftlich wahrscheinlich erfolgreichste Single.
Ich durfte als Headlinerin auf Festivals stehen, wurde über viele Jahre zur musikalischen „Haus- und Hof-Künstlerin“ eines inklusiven Golfturniers in Düsseldorf und habe 10k bei der Sendung Let The Music Play gewonnen.
Und ja – auch die Sendung Shopping Queen habe ich gewonnen und wurde von Guido Maria Kretschmer sogar liebevoll mit „Majestät“ angesprochen.
Ich bin also offenbar in der Lage, sowohl eine Bühne als auch einen Kleiderschrank zu bespielen. 😉
Ich habe aufgehört, mich auf eine Sache reduzieren zu wollen.
„Du bist so viel mehr als „nur“ eine Sängerin!“ sagte eins eine sehr nette Kollegin zu mir…
Heute bin ich Sängerin, Songwriterin und Performerin. Ich schreibe für mich und für andere, begleite mich am Piano, stehe mit Bands auf der Bühne, entwickle Shows und liebe es, Menschen mit Musik zu erreichen.
Ich kann vor einem kleinen Publikum spielen oder als Headlinerin auf einer großen Festivalbühne stehen. Ich liebe meine eigenen Songs genauso wie großartige Cover. Ich kann auf Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch und Spanisch kommunizieren – und wahrscheinlich erklärt sich damit auch ein bisschen, warum ich mich kulturell nie besonders gerne in eine einzige Schublade gesteckt habe.
Seit kurzem habe ich zudem ein eigenes Interviewformat namens Baby Face Talk, denn ich liebe es nicht nur meine eigenen Geschichten zu erzählen, sondern auch die anderer Menschen zu hören und mit euch zu teilen.
Und nein, ich sehe mein Studium überhaupt nicht als Umweg, sondern ganz im Gegenteil: Wie geil ist es bitte, wenn ich als Songwriterin und Künstlerin nicht nur weiß, was in einem Vertrag steht, sondern mich tatsächlich mit Urheberrecht auskenne? Wenn ich Verträge nicht nur unterschreiben, sondern auch verstehen und formulieren kann? Wenn ich die wirtschaftliche Seite meines eigenen Berufs genauso gut kenne wie die kreative?
Und dann sind da noch die Tiere.
Tierschutz und soziale Projekte sind für mich keine PR-Kategorie, sondern etwas, das mir wirklich am Herzen liegt.
Tiere begleiten mich schon lange und haben einen festen Platz in meinem Leben. Ich unterstütze Tierheime in Köln, auf Fuerteventura, auf Ibiza, auf Koh Samui, in Kapstadt und auf Isla Holbox (ja, an all diesen Stationen war ich auch schon (mehrfach) höchstpersönlich) und versuche, meine Reichweite auch dafür zu nutzen, Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die mir wichtig sind.
Denn Erfolg ist für mich so viel mehr als nur die Frage, wie viele Menschen vor einer Bühne stehen.
Je ne regrette rein!
Nicht das Aufwachsen in Zentralasien.
Nicht den Neuanfang in Deutschland.
Nicht das Studium.
Nicht Frankreich.
Nicht den Job.
Nicht die schwierigen Jahre.
Nicht den Rückfall.
Und schon gar nicht die Musik.
Alles davon hat mich geprägt, auch die vermeintlichen Umwege (lückenloser Lebenslauf my ass, aber ehrlich!).
Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte hinter meiner Musik: Ich habe nicht den geradlinigsten Weg genommen, sondern irgendwann verstanden, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss und dass man manchmal ziemlich weit laufen muss, um wieder bei sich selbst anzukommen.
Heute mache ich das, was ich schon als Kind geliebt habe.
Ich singe, schreibe, spiele, tanze. Ich stehe auf Bühnen und entwickle mich weiter. Ich engagiere mich. Ich liebe Paris, gute Musik, großartige Menschen und Tiere sowieso.
Es geht gerade erst los…
„In meiner Musik finden die unterschiedlichsten Facetten des Lebens ihren Platz. Manche Songs laden zum Innehalten ein, andere geben Energie, machen Mut oder wecken die Lust zu tanzen. Was sie verbindet, ist ihre Ehrlichkeit – und meine Leidenschaft dafür, Emotionen in Musik zu verwandeln, die Menschen berührt und begleitet.“